Die Computer-Tomographie (CT)


allgemeine Informationen für Patienten

  • Die Computer-Tomographie (CT) ist eine apparative Untersuchungsmethode mit Nutzung von Röntgen-Strahlen, welche den Körper mehrmals kreisförmig durchdringen und nach deren Abschwächung durch computergestützte Datenverarbeitung sichtbar gemacht werden.
  • Nach Entdeckung der X-Strahlung durch das Team von Prof. Dr. Wilhelm Conrad Röntgen 1895 entwickelten Ambrosé und Hounsfield die CT und führten sie 1975 ein.
  • Sie dient zur Erkennung nahezu jeder Erkrankung der Knochen sowie zahlreicher anderer Organe und kommt v.a. bei Unfällen mit Blutungen und Brüchen zur Anwendung.
  • Sie wird wegen der Nebenwirkungen der Strahlung, wodurch nachweislich noch keine Erkrankung bekannt geworden ist, zur Untersuchung nur nach Anordnung eines Arztes, Kontrolle durch eine(n) medizinisch-technische(n) Röntgen-Assistent(i)en bzw. Qualitätssicherung durch jeden röntgenologisch tätigen und fachkundigen Arzt (§ 16 RöV vom 08.01.1987) und nicht bei Verdacht auf Vorliegen einer Schwangerschaft durchgeführt. Eine Ausnahme ist hier das Spiral-CT beim lebensbedrohlichen Unfall v.a. im Rahmen eines so gennanten Polytraumas sowie bei Bewusstseinsstörungen.
  • Bei gezielten Probepunktionen bzw. Biopsien mit und ohne örtliche Betäubung bzw. bei computergestützten Spritzenbehandlungen (periradikuläre Therapie und Facettendenervierung) kann man die Spritze bzw. Kanüle millimetergenau an den Ort der Erkrankung "dirigieren".
  • Ob sie im Rahmen von einer Knochendichtemessung (als quantitative CT bzw. QCT) an der Lendenwirbelsäule und am so genannten Schenkelhals statistisch aussagefähig ist, wird diskutiert und derzeit von den Kassen erst im Falle eines nachgewiesenen Knochenbruchs bei Osteoporose bzw. Knochenschwund bezahlt.

spezielle Information für Kollegen


Synonym

  • CT

Definition

  • spezielles apparatives diagnostisches Verfahren der Radiologie mit Nutzung von Röntgen-Strahlen, welche den Körper mehrmals kreisförmig durchdringen und nach deren Abschwächung durch computergestützte Datenverarbeitung sichtbar gemacht werden und somit eine Schicht-Aufnahme senkrecht zur Strahlenebene entsteht

Historie

  • 1972 entwickelten Ambrose und Hounsfield die CT und führten sie 1975 als cranielle Computertomographie (CCT) ein

Voraussetzung

Aufklärung
  • schriftliche Aufklärung bzw. Einweisung des Patienten
Geräte
  • CT-System mit Gantry (eine Einrichtung mit kreisförmig rotierenden Röntgen-Röhren, welche einen Fächer-Strahl mit einem Winkel von 42° durch Kollimatoren auf Detektoren senden) und Tisch
Dokumentation
  • Hardware mit Bildschirm zur Darstellung des abgeschwächten Röntgen-Strahls in Graustufen (Hounsflield-Einheiten (HE) für Luft -1000, für Wasser 0 und für Kompakta bzw. Kortikalis +1000 HE) und Drucker sowie Anbindung an Software
  • Qualitätssicherung durch jeden röntgenologisch tätigen und fachkundigen Arzt (§ 16 RöV vom 08.01.1987)
Kontrastmittel

Ziel

  • Dokumentation und Aussage über Diagnose, Differentialdiagnose, Verlauf und Prognose nahezu jeder Erkrankung im Notfall sowie bei gezielten nicht durch Röntgen-Aufnahmen zu diagnostizierter Fragestellung

Indikation

  • (vgl. hintere Umschlagseite aus Bittner und Roßdeutscher 1996)
Erkrankung Indikation Methode
RR-Verlust Embolie, Blutung Ganzkörper-CT
Trauma Brustkorb Hämatopneumothorax Thorax-CT
Trauma Abdomen Organbeteiligung, Blutungsquelle Abdomen-CT
Trauma Kopf Hämatom CCT
Bewußtseinsstörung cerebrale Raumforderung CCT
Trauma WS Fraktur, Gefügestörung WS-CT
akute Radikulopathie spinale Raumforderung segmentales CT
Tumore Ausdehnung, Knochenbefall regionales CT
gezielte Fragen zur Gelenkbe-teiligung bzw. Gutachten genauere Darstellung eines Gelenk- oder Knochenabschnitts regionales CT

Kontraindikation

absolut relativ

Technik

  1. Entkleidung und Lagerung des Patienten
  2. bei KM-Gabe Legen eines i.v. Zugangs und Bereithalten der Notfallmedizin
  3. am Terminal Einstellung eines Programms
  4. Maßnahmen zum Strahlenschutz (Abstandsgesetz)

Methoden

  • einfaches oder Nativ-CT (Schichtdicke 0,1-1,5cm im Abstand von mind. ca. 4 cm)
  • Spiral-CT (geringerer Abstand)
  • Aufnahmen mit KM (z.B. Arthro-CT, Myelo-CT)
  • digitale Serien-Aufnahmen mit KM (z.B. Angio-CT)
  • quantitative Aufnahmen zur Knochendichtebestimmung (Osteodensitometrie) wie QCT u.a.
  • CT-gestützte Injektionen (z.B. PRT) Punktionen und Biopsien von Gelenken, Knochen und Weichteilstrukturen ( örtliche Betäubung bzw. Lokalanästhesie)
  • Möglichkeit der dreidimensionalen Rekonstruktion sowie PC-gestütztem Nachbau von Modellen
LWS transversal bei unauff. Befund L4/5 und caudal sequestriertem Nucleus pulposus Prolaps LS bzw. L5/S1 mediolateral rechts
 

Literatur

  1. Baudisch E (1988) Grundlagen der Medizinischen Radiologie. Volk und Gesundheit, Berlin 113-7
  2. Bittner RC, Roßdeutscher R (1996) Radiologie. In Schäffler A, Renz U (Hrsg.) Leitfaden. Gustav Fischer, Stuttgart Jena NewYork
  3. Fenzl G, Hahn D (1992) Computertomographie. In Jäger M, Wirth CJ (Hrsg.) Praxis der Orthopädie. 2. neubearb. Aufl. Georg Thieme, Stuttgart NewYork 39- 45
  4. Greenspan A (1993) Skelettradiologie. 2. neubearb. Aufl. Chapman & Hall, London Glasgow Weinheim NewYork Tokyo Melbourne Madras 17-9
 
      
Aktualisiert: 27.07.2009
 
 
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben