Korrektur der Krallen- und Hammerzehe

allgemeine Informationen für Patienten


  • Die Korrektur der Krallen- und Hammerzehe ist eine Operation, welche häufig durchgeführt wird.
  • Leider sorgen die Schwerkraft der Erde, der aufrechte Gang des Menschen, das moderne Schuhwerk sowie die nachlassende Kraft der Bein- und Fuß-Muskeln für immer neue Gründe dieser guten Operation. Sie hat das Ziel, die "Hühneraugen" (lateinisch Clavus) zu beseitigen, den Schmerz überm Clavus bzw. unter den Zehen zu lindern sowie die normale Länge des verkürzten Zehs wieder herzustellen.
  • Zur Vorbereitung genügt ein Röntgen-Bild, welches allerdings unter stehender Belastung angefertigt werden sollte.
  • Zur Nachbehandlung, welche wegen der möglichen Schwellung (aufgrund der Erdanziehungskaft) durch Einblutungen aus verletzten Gefäße und Knochen immer bei möglichst strenger Bettruhe, örtlicher Kühlung und Hochlagerung des Fußes stattfinden sollte, gehört ein Vorfußentlastungsschuh bzw. VES, mit dem die Ferse belastet werden kann und zwei Unterarm-Gehstützen bzw. UAGS (Hilfsmittel), damit das Aufstehen und Gehen schrittweise möglich wird. Je nach Wundheilung (Wundbehandlung und-verschluß) werden die Fäden entfernt. Nach durchschnittlich 2-6 Wochen darf mit neuen Einlagen bzw. Schuhzurichtungen voll belastet werden.

spezielle Informationen für Kollegen


Voraussetzung

Ziel

  • Korrektur der Achsenabweichung der Kleinzehen sowie der Fehlstellung bzw. Deformität der MTPG, PIPG und DIPG

Indikation

  • therapieresistenter Schmerz einschl. Metatarsalgie, Clavus über PIPG und DIPG (bis zum Ulkus)
  • gestörtes Alignement
  • Komplikationen am Zehennagel

Kontraindikation

Technik


Prinzip
  • Gleichgewicht zwischen Extensoren und Flexoren (gel. auch Abduktoren und Adduktoren)
  • Reposition der Phalangen
  • Excision erkrankten Gewebes

Methode


Weichteileingriff
  • Transfer des langen Flexor auf dorsale Seite der Grundphalanx bzw. FDL-Transfer über plantarem (Lösung und Spaltung des Sehnenendes) und dorsalem (Fixation der seitlich am Knochen durchgeführten Sehnenenden) Zugang bei flexiblem digitus malleolus Typ A, bei digitus malleolus Typ B mit pos. push up, bei digitus flexus Typ A (Krallenzehe) mit pos. push up,
  • Tenolyse bzw. Z-Plastik der Extensor-Sehnen überm MCPG über dorsalem Zugang bei flexiblem digitus malleolus Typ B sowie bei digitus flexus ggf. im Rahmen einer Arthrolyse des MCPG (s.u.)
  • Raffung der Extensor-Sehne und Kapsel überm DIPG bei digitus malleolus Typ A
  • Raffung der Extensor-Sehne und Kapsel überm PIPG bei digitus malleolus Typ B und digitus flexus Typ A (Krallenzehe) mit neg. push up sowie bei digitus flexus Typ B (Klauenzehe) ggf. im Rahmen der Resektionsarthroplastik nach Hohmann (s.u.)
  • Transposition der 5. EDL-Sehne nach Lapidus durch Lösung über proximalem und Fixation nach "Umschlingung" der Grundphalanx über lateralem Zugang ggf. im Rahmen eines medialen Release des MCPG und Resektion der Pseudoexostose (s.u.) bei digtus quintus varus sive superductus
Gelenkeingriff
  • mediales Release des MCPG V durch Längsinzisionen der Kapsel über interdigitalem Zugang ggf. im Rahmen eines Eingriffes nach Lapidus (s.o.) oder Osteotomie des Metatarsus V und Resektion der Pseudoexostose am MT V (s.u.) bei digtus quintus varus sive superductus
  • dorsale Arthrolyse des MTPG über dorsalem Zungang durch Inzision der Kapsel und ggf. der Seitenbänder bei digitus malleolus Typ B und digitus flexus Typ A (Krallenzehe) mit neg. push up sowie bei digitus flexus Typ B (Klauenzehe) ggf. im Rahmen einer Tenolyse bzw. Z-Plastik der Extensor-Sehnen (s.o.)
    Bild: 2211img1
  • Resektion des Köpfchens der Mittelphalanx im DIPG nach Hohmann bzw. peg in hole Arthrodese bei digitus malleolus Typ A mit Kontraktur und ggf. Fixation mit resorbierbarem Stift TRIM-IT Spin Pin TM (Arthrex)
  • Resektion des Köpfchens der Grundphalanx im PIPG nach Hohmann bzw. peg in hole Arthrodese bei digitus malleolus Typ B und digitus flexus Typ A (Krallenzehe) mit Kontraktur und neg. push up, ggf. Fixation mit resorbierbarem Stift TRIM-IT Spin Pin TM (Arthrex)
  • Resektion des Köpfchens der Grundphalanx im PIPG und ggf. der Mittelphalanx im DIPG nach Hohmann bzw. peg in hole Arthrodese bei digitus flexus Typ B (Klauenzehe) mit Kontrakturen sowie Fixation mit resorbierbarem Stift TRIM-IT Spin Pin TM (Arthrex)



    Bild:  2211img2
         Bild: 2211img3
Osteotomie
  • Korrektur-Osteotomie am Köpfchen des oder der zu langen Metatarsalia nach Weil (nur in Verbindung mit Stabilisierung des 1. Strahls bei metatarsus primus varus mit oder ohne Hallux valgus) bei gestörtem Alignement der Metatarsalia mit und ohne Lateralabweichung bzw. Superduktion Bild: 2211img4
         Bild: 2211img5
  • Resektion der Pseudoexostose am Metatarsus V ggf. im Rahmen Transposition der 5. EDL-Sehne nach Lapidus oder Osteotomie des MT V und medialem Release des MCPG (s.o.) bei digtus quintus varus sive superductus
  • Osteotomie des Metatarsus V ggf. im Rahmen einer Resektion der Pseudoexostose am MT V und medialem Release des MCPG (s.o.) bei digtus quintus varus sive superductus
      
Aktualisiert: 04.11.2012
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben