Einpflanzung eines künstlichen
Hüftgelenkes

allgemeine Informationen für Patienten


  • Die Einpflanzung bzw. Implantation eines künstlichen Hüft-Gelenkes (Hüft-Total-Endoprothese bzw. Hüft-TEP) ist eine Operation, welche hierzulande über 100.000 x im Jahr in Krankenhäusern und Op-Zentren durch orthopädische Chirurgen durchgeführt wird.
  • Sie wurde erstmals in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts durchgeführt und unterliegt einer bisher nie dagewesenen industriellen Entwicklung und Kostenexplosion.
Bild: Hüftverschleiß
Röntgen-Bild "Beckenübersicht" bei Hüftverschleiß li (hier rechts, da spiegelbildliche Fotographie)
  • Wie jede andere erfolgversprechende Operation unterliegt sie den Regeln der operativen Kunst (Die orthopädisch-unfallchirurgische Operation) und bedarf zahlreicher Vorbereitungen sowie einer Nachbehandlung (Die Rehabilitation).
  • Zur Vorbereitung gehören nicht nur die Diagnostik (meist Röntgen-Untersuchung (Das Röntgen des Beckens) ausreichend), sondern auch die psychische und physische Vorbereitung durch einen Arzt (am besten Opera-teur selbst), hausärztliche bzw. internistische Voruntersuchungen (v.a. bei höherem Alter, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, des Stoffwechsels und der Blutgerinnung), die Eigenblutspende (wird auf Wunsch des Patienten je nach körperlicher Verfassung 1-3 x wenige Wochen vor der Operation in Blutspende-Zentralen durchgeführt), welches nach Aufbereitung im Bedarfsfalle nur diesem Patienten wiedergegeben wird (Transfusion) sowie das Narkose-Gespräch.
  • Nach Kostenübernahme durch die Kasse sollten solche Operationen durch ein eingespieltes Team durchgeführt werden. Die Operation selbst dauert je nach Körpergewicht, Knochenqualität, Entzündungsgrad und Knochenvorsprüngen 60 min bis mehrere Stunden.
  • Der Hautschnitt wird immer kleiner und verläuft entlang der Hosennaht bzw. Hosentasche (ca. 5-15 cm). Fettgewebe und schon geschwundene Hüftmuskeln werden zu Seite verdrängt, teilweise durchtrennt (und wieder aneinander genäht), die Kapsel von der Entzündung befreit (und teilweise wieder vernäht),
Bild: OP am Ballen Bild: OP am Ballen Bild: OP am Ballen
von links nach rechts: Beckenmodell mit zementfreier Pfanne, Schaft (hier mit Kopf) und Idealzustand einer Hüft-Totalendoprothese links von vorn (aus Informationsbroschüre … www.orthopädie-bewegt.de)
  • Hüftkopf ab- bzw. zersägt und entfernt, Hüftpfanne vom kranken Knorpel befreit, wie auch Oberschenkelknochen rund bzw. hohl ausgefräst (es sollte gering bluten, d.h. "frischer" Knochen muß die Prothese "umwachsen") und schließlich millimetergenau die Prothese aus Stahl-Legierungen mit Anteilen von Nickel, Chrom oder Titan in die Knochen einzementiert bzw. eingepresst. Abschließend werden Gleitpaarungen aus Metall, Keramik oder Polyethylen eingesetzt.
  • Am Tag nach der Operation kann die Prothese belastet werden. Nur selten ist der Knochen nicht in der Lage eine Belastung zu tolerieren. Natürlich werden beim Aufstehen mit Stützen Alter, Nebenerkrankungen (Herz und Hirn müssen gut durchblutet sein, Knochen und Muskeln sind noch geschwunden) und Wunde (es liegen ja auch Schläuche bzw. Drainagen 1-2 Tage im Wundgebiet) durch das Personal (von Arzt über Schwester bis Physiotherapeut) beachtet.
  • Nach Abschluß der Wundheilung (ca. 14 Tage) folgt eine Rehabilitation unmittelbar bis ca. 14 Tage später meist in einer Kur-Einrichtung als Anschlußheilbehandlung (AHB) für 3-4 Wochen. Hier wird nicht nur mit Unter-Arm-Geh-Stützen bzw. UAGS (Hilfsmittel) Gangschule, sondern auch Krafttraining der Hüft-Muskeln durchgeführt, um einer Verrenkung des Hüftgelenkes (Verrenkungen bzw. Luxationen der Hüfte) vorzubeugen. Bis zu einem Jahr dauern die weiteren Behandlungen (medizinisches Krafttraining bzw. Trainingstherapie (MKT bzw. MTT),Die Krankengymnastik (KG),Gesundheitstraining und -schulen) zum Abbau der UAGS und Erreichen eines sicheren Gangbildes. Kontrollen zum Ausschluß einer Lockerung (Lockerung der Hüftprothese) werden anfangs kurzfristig aller 3-12 Monate, schließlich nur noch bei Beschwerden oder veränderten Beinlängen (Beckenschiefstand und -verwringung) durchgeführt. Die Lebensdauer beträgt weit über 10 Jahre und hängt vom Sitz der Prothese und Qualität des Knochens ab (Knochenweiche bzw. Osteomalazie,Knochenschwund bzw. Osteoporose).
      
Aktualisiert: 13.11.2009
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben