Erweiterungsoperation
bei Engen der Wirbelsäule

allgemeine Informationen für Patienten


  • Nicht nur der so genannte Bandscheibenvorfall (Das Bandscheibenleiden), sondern Verschleißerscheinungen zwischen zwei Wirbelkörpern und an den kleinen Wirbelgelenken einschl. entzündungsbedingter Schwellungen (Arthrosen und Facettensyndrom, Die Recessus- und Spinalstenose, Die Spondylose) engen den Raum für Rückenmark und Nervenwurzeln ein.
  • So ist es das Ziel dieser sehr häufig durchgeführten Operation (Die orthopädisch-unfallchirurgische Operation), Platz für diese empfindlichen nervalen Strukturen zu schaffen. Denn ein ge- oder zerstörter Nerv heilt quasi nicht mehr bzw. funktioniert nicht mehr richtig.
  • So sollte nicht der Nacken-, Rücken- oder Kreuzschmerz Anlass zu dieser Operation sein, sondern eine Lähmung von Rückenmark (Querschnittslähmungen) und Nerven (Engpass- und Kompressionssyndrome der Nerven) mit Unfähigkeit oder Störung der Funktion von Blasen- und Darmentleerung, Sexualfunktion sowie das plötzliche schmerzfreie Verschwinden des Empfindens auf der Haut und in den Gelenken (hier muß innerhalb von 6 Stunden operiert werden), die Unfähigkeit bzw. Störung der Bewegung von Gliedern (hier kann man bis zu 14 Tagen abwarten) und der nicht beherrschbare Schmerz in den Gliedern ("Ischias") trotz standardisierter konservativer Therapie.
  • Im Rahmen der Operationsplanung kann eine Nervenmessung (Elektroneuro- und -myographie) und eine Kontrastmitteldarstellung (Myelographie) das immer vorhandene Tomogramm (Die Computer-Tomographie, 1.2.9.) ergänzen, um die richtige "Höhe" bzw. Bandscheibe (es gibt je nach Vererbung 22 bis 24) zu behandeln.
  • Bei der Operation liegt der Patient entweder auf einer Seite oder auf dem Bauch. Durch einen kleinen Hautschnitt wird nach Weghalten der Rückenmuskeln die Wirbelsäule dargestellt und von hinten der Wirbelbogen und/oder ein oder beide Wirbelgelenke ganz oder teilweise entfernt, Knochenvorsprünge mit schnelldrehenden Instrumenten weggefräst, verdickte Bänder verkleinert und/oder Bandscheibengewebe, welches sein "Fach" als Vorfall nun mal verlassen hat abgetragen bzw. abgesaugt. Bei erkranktem Bandscheibenfach sollte dieses von lockerem Bandscheibengewebe befreit (ausgeräumt) werden.
  • Von Fall zu Fall kann eine künstliche Bandscheibe ein Rezidiv-Leiden durch Instabilitäten in einem Segment verhindern.
  • In jedem Fall sollte eine Rehabilitation zeitverzögert (sonst werden Narben und Gewebe durch Reize durch Schwellungen dicker und provozieren erneut Schmerzen) erfolgen. Dabei kommen zeitweise Bandagen bzw. Mieder, je nach Beschwerden Schmerzmittel, Strom, Wasser, Kälte, Wärme und Manualtherapie (Elektrotherapie und Ultraschall, Wasserbehandlung bzw. Hydrotherapie, Kältebehandlung bzw. Kryotherapie, Wärmebehandlung bzw. Thermotherapie, Manualtherapie bzw. manuelle Medizin") sowie Gymnastik, Rückenschule und Verhaltenstherapie (Die Krankengymnastik, Gesundheitstraining und -schulen, Die Ergotherapie) zunächst zur Anwendung. Zur Rezidivprophylaxe sollt schließlich medizinisches Krafttraining langfristig erfolgen.
      
Aktualisiert: 05.03.2013
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben