Spaltung von Ringband und Karpaltunnel

allgemeine Informationen für Patienten


  • Diese ambulanten, in Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchführbaren Operationen dienen der Beseitigung eines so genannten springenden Fingers bzw. eines eingeklemmten Handnervs (nervus medianus) im Hand- bzw. Karpaltunnel.
  • Durch Entzündungen, Unfälle oder gar im Rahmen eines hormonellen oder ernährungsbedingten Stoffwechselproblems kann es zu Veränderungen in einer oder mehrerer Sehnenscheide(n) sowie im Bindegewebe kommen, was zu Schwellungen bzw. einer Raumforderung und damit zu einem Platzmangel führt. Dies trifft v.a. für Engpässe an straffen Bindegewebszügen bzw. Ringbändern, welche über Sehne oder Nerv quer ziehen und nicht nachgeben zu. Hier kann es zusätzlich zu Durchblutungsstörungen und bei Sehnen, welche sich ständig hin und her bewegen, zu Abschürfungen mit Knotenbildung (welcher dann beim Durchtritt durch das Ringband "springt") kommen.
  • Bei erfolgloser Ursachensuche bzw. -beseitigung hilft entweder eine symptomatische abschwellende, (Glucocorticoide bzw. Kortisol, Neuraltherapie) bzw. Schienen-Behandlung oder die operative "Spaltung" des Ringbandes bzw. der Bindegewebszüge des Karpaltunnels.
  • Nach üblicher Vorbereitung (Die orthopädisch-unfallchirurgische Operation) wird gelegentlich eine Blutleere (der Arm wird mit einer Gummibinde "ausgewickelt", d.h. das Blut wird in den Körper zurückgepresst) und Blutsperre (am Oberarm wird eine Blutdruckmanschette über den Druck hinaus aufgepumpt) angelegt.
  • Nach der Desinfektion wird ein kleiner Hautschnitt entlang der Hautlinien über der "Enge" gesetzt und schrittweise die Stelle längs präpariert, die es zu erweitern gilt. Bei der Längspaltung von Ringband oder Karpaltunnel wird quasi gleich ein Stück herausgeschnitten, um ein Rezidiv zu vermeiden. Danach wird gegebenenfalls der Knoten aus der erkrankten Sehne entfernt, ohne die Sehne zu zerstören (extrem selten ist eine Sehnennaht nötig). Schließlich kontrolliert man die Funktion der Sehnen bzw. die Platzfreiheit des Nervs und schließt nach Stillung kleinerer Blutungen bzw. Verschließung verletzter Gefäße die Wunde.
  • Nach Nachbehandlung sollte funktionell erfolgen, d.h. dass Sehnen in Eigenregie bewegt und Nerv geschont werden sollten.
      
Aktualisiert: 16.08.2011
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben