Resektion und Glättung von Knorpel

allgemeine Informationen für Patienten


  • Als Teil des Bindegewebes gehören der Gelenkknorpel und Gebilde wie der Meniskus zum Stützapparat und sind als druckelastische Teile die "Stoßdämpfer" in Gelenken.
Bild: Schema Kniegelenkriß
  • Da das Meniskusleiden mit verschiedenen (Ein)Rissen einhergeht und als häufigster Knie(b)innenschaden nach Unfällen, Überlastungen im Sport bzw. im Rahmen von Verschleißerscheinungen Beschwerden verursacht, die totale Meniskusentfernung keine Arthrose verhindert und die Meniskusnaht bzw. Meniskusplastik nur in bestimmten Fällen in Frage kommen, stellt die teilweise Entfernung bzw. Resektion und die anschließende Glättung des betroffenen Meniskus die derzeit häufigste operative Lösung von Gelenkschmerzen dar.
  • Im Rahmen einer ambulant möglichen Gelenkspiegelung bzw. Arthroskopie wird der Riß bzw. die Läsion gesichtet, gegebenenfalls mittels einer Tasthakenuntersuchung ertastet und evtl. fotographiert. Schließlich muß man großzügig die teilweise gelösten Teile abgetrennen bzw. umschneiden, so dass keine Ecken und Kanten Anlass für neue Risse darstellen.
Bild: Kniespiegelung
Foto während einer Kniespiegelung mit
Darstellung von Ober- und Unterschenkel
(größere helle Bereiche) und des Innenme-
niskus, welche einen Riß hat (mit einem
von links kommenden Tasthaken holt man
einen sog enannten Lappen ins Bild (kleiner
heller Bereich im dunkleren Gelenkspalt)
  • Die Erweichung (Knorpelweiche bzw. Chondromalazie) bzw. Zerstörung des Gelenkknorpels stellt den Beginn einer Arthrose dar und geht mit Quellungen, (Ein)Rissen und Ablösungen einher. Da in jedem Stadium Beschwerden auftreten, kann eine Glättung bzw. Rasur (englisch: shave) sowie die Entfernung von teilweise oder vollständig abgelösten Teilen (so genannte Gelenkmaus), welche "Reibung" und Einklemmungserscheinungen verursachen, Linderung verschaffen. Dabei wird bzw. werden die Läsion(en) dargestellt, ertastet und evtl. fotographiert. Hierbei fällt der Tasthaken quasi durch den weichen Knorpel. Bei (Ein)Rissen und offen liegendem Knochen unterfährt man die Knorpelränder und löst anschließend die eh' schon abgelösten und nicht mehr durchbluteten Teile vom festsitzenden Knorpelteppich ab.
  • Das Ablösen gelingt entweder mit einer Stanze oder mit einem Rasierer. Je nach Alter des Patienten können nun wachstumsanregende und plastische Eingriffe am Knorpel (Knorpelinduktion, -plastik und -transplantation) diskutiert bzw. in gleicher Sitzung durchgeführt werden.
Bild: Schulterspiegelung
Foto während einer Schulterspiegelung mit
Darstellung von Schulterpfanne (rechts) und
Oberarmkopf (links), welcher einen Defekt im
Knorpel (Mulde mit am teilweise abgelösten
Knorpelfasern am Rand) hat
      
Aktualisiert: 04.04.2010
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben