Meniskus-, Band- und Sehnenplastik

allgemeine Informationen für Patienten

allgemeine Informationen für Kollegen

Grundlagen

Voraussetzung

Nahtmaterial

Ziel

  • Wiederherstellen der Funktion bei nicht primär vereinten Rissenden

Indikation

  • wenn Funktionsverlust nicht kompensierbar, operative Ergebnisse den konservativen überlegen sind und primäre Naht bzw. Vereinigung nicht indiziert war bzw. fehlschlug
Kontraindikation

Technik



Meniskusplastik

  • im experimentellen Stadium
  • aussichtsreich bei komplexen Schäden, bei denen primäre Naht fehlschlug bzw. Degenerationen und intaktem hyalinen Knorpel

Band- und Sehnenplastik

  • vorderes und hinteres Kreuzband (Ligg. cruciata genus)
  • fibularer Bandapparat (Ligg. fibulotalare anterius, posterius et fibulocalcaneale)





  • Bild: 227img3
  • Retinaculum patellae
  • Achillessehne (Tendo m. triceps surae sive achillae)
  • Rotatorenmanschette (Tendi mm. subscapularis, supraspinatus et infraspinatus)
  • lange Bicepssehne (Tendo caput longum m. biceps brachii)

Methoden

Plastik des vorderen Kreuzbandes

  • diverse Transpositionen von Teilen der Kapsel, Bänder und Sehnen des Kniegelenkes
  • nach Brückner (offene Plastik mit Teilen des Lig. patellae mit Teilen der beteiligten Knochen Tuberositas tibiae und unterer Patellapol, welche in Bohrkanäle von Tibia und Femor in den physiologischen Ursprung- und Ansatz-Regionen befestigt wird (bone-tendon-bone-Technik))
  • nach Kurosaka (mod. nach Brückner arthroskopisch assistiert mit Fixierung durch Interferenzschraube)
  • nach Hertel und Päßler (mod. nach Brückner offen minimal invasiv mit Fixierung durch Einbolzung von Knochenblock bzw. -bolzen aus Bohrkanal (Pressfit-Technik))
  • nach Boszotta (mod. nach Hertel arthroskopisch assistiert mit Fixierung durch Knochenblock bzw. -bolzen)
  • weitere Modifikationen liegen vor: Transplantat aus Sehne des M. Semitendinosus und/oder gracilis, biokompatible bzw. resorbierbare Schrauben intraartikulär, extraartikulär tibial und femoral, transplantafreie Fixierungen usw.
Bild 1: Bohrkanals im Femur Bild 2: Sehnentransplantat im Femur
intraarthroskopische Darstellung des Bohrkanals im Femur nun Darstellung des Sehnentransplantates (aus Semitendinosus) im Femur

Plastik der Rotatorenmanschette

  • nach Cofield (Plastik des M. supraspinatus durch M. subscapularis)
  • nach Nevasier (Plastik des M. supraspinatus durch M. infraspinatus)
  • nach Mumford (subacromiale Dekompression und evtl. Resektion der lateralen Klavikula)
  • nach Apoil und Dautry (subacromiale Dekompression und transossäre Fixation der langen Bicepssehne)
  • nach Mc Laughlin (subacromiale Dekompression und transossäre Fixation der Rotatorenmanschette)
  • nach Ellman (Transposition des Tuberculum majus)
  • nach L'Episcopo (Plastik der Mm. supra- et infraspinatus durch Mm. latissimus dorsi et teres major)
  • nach Rockwood (Plastik der Mm. subscapularis et supraspinatus durch M. pectoralis major)
  • nach Apoil und Augerau (Plastik der Mm. subscapularis, supra- et infraspinatus durch M. deltoideus bzw. delta flap)

Transposition der langen Bicepssehne

  • Schlüsselloch-Plastik nach Froimson (Bohren eines Loches in die ventrale Kortikalis des proximalen Humerus unterhalb des Sulcus intertubercularis, Aussägen einer distaler "Kerbe", Bildung eines Knotens an entsprechender Höhe bzw. Länge des Sehnenendes, um ihn in das Loch nach Anspannen "einzuhängen" und in die Kerbe hineinrutschen zu lassen, Eigentonus des Muskels muß Herausluxieren verhindern)
      
Aktualisiert: 06.12.2011
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben