Die Desinfektionsmittel

allgemeine Informationen für Patienten


  • Desinfektionsmittel verhindern die Vermehrung von krankheitsverursachenden Mikroorganismen, welche überall also ubiquitär vorkommen. Diese Mittel werden im Rahmen von Diagnostik und Therapie von Krankheiten so eingesetzt, dass keine dieser krankmachenden Erreger übertragen werden. Dies geschieht v.a. bei Wunden mit Eröffnung bzw. Blutung der Haut (und tiefer), Operationen und diagnostische bzw. therapeutische Maßnahmen mit Eröffnung der Haut durch Spritzen, Kanülen und Nadeln (Labor, Gelenkpunktion, Biopsie, örtliche Betäubung bzw. Lokalanästhesie, Neuraltherapie, Akupunktur, Operation). Hier kommen diese Mittel zum Einsatz und werden nach einheitlichen Richtlinien (Desinfektionsplan) eingesetzt bzw. von Behörden überwacht. Da Erreger v.a. durch Mund, Hände und Hilfsmittel des medizinischen und Pflegepersonals übertragen werden, kommt v.a. in Krankenhäusern, Praxen und Heimen, wo sich mehrere kranke Menschen aufhalten, der hygienischen Händewaschung (Benetzung der Hände und Hilfsmittel mit Desinfektionsmittel nach jedem Kontakt zu anderen kranken Menschen) eine besondere Bedeutung zu.
  • Leider werden die freiverkäuflichen Desinfektionsmittel aus Apotheken, Drogerien und Discountern viel zu häufig und v.a. außerhalb von den o.g. Maßnahmen einschl. Haushalten eingesetzt, so dass nützliche Mikroorganismen auch getötet und krankheitsverursachenden Mikroorganismen "immun" werden.
  • Zusätzlich steigen Allergien an, welches auf die Zusammensetzung der Desinfektionsmittel und auf die Minderung der nützliche Mikroorganismen im Darm der Menschen zurückzuführen ist (Allergie, Dysbiose).

spezielle Informationen für Kollegen


Synonym

  • Antiseptika

Grundlagen

  • Anforderungen wie bacterizide bzw. bakteriostatische Wirkung, gute lokale und systemische Verträglichkeit

Einteilung

Phenole
  1. Thymol
    • Anwendung (Konservierungsmittel, Haut-Desinf., Antimykotikum)
    • Dosis (3 x 10 -4 g/ml in 5%iger Lösung)
  2. Chlorierte Phenole
    • Anwendung (Haut-, Schleimhaut-, Instrumenten- und Gummihandschuh-Desinf.
    • Dosis (als 0,5 - 5%ige Lösung)
  3. Chlorhexidin
    • Anwendung (Haut- und Schleimhaut-Desinf.)
    • Dosis (als 0,02 - 0,1%ige Lösung)
    • Pharmaka (Chlorhexidin ®)
Alkohole
  1. Ethanol
    • Anwendung (überall)
    • Dosis (mind. 80%ige Lösung)
    • Pharmaka
  2. Propanol
    • Anwendung (überall)
    • Dosis (mind. 70%ige Lösung)
    • Pharmaka (Sterilium ®, Desmanol ®, Cutasept ®)
Aldehyde
  1. Formaldehyd
    • Anwendung (Konservierungsmittel, Raumdesinf.)
Oxidationsmittel
  1. Wasserstoffperoxid
    • Anwendung (Haut- und Schleimhaut-Desinf.)
    • Dosis (als 3%ige Lösung 5 - 10fach verdünnt)
  2. Kaliumpermanganat
    • Anwendung (Haut- und Schleimhaut-Desinf.)
    • Dosis (2 - 5 x 10 -4g/ml in Verdünnung von 1 : 5000 - 2000)
Halogene
  1. Jod
    • Anwendung (Haut- und Schleimhaut-Desinf.)
    • Dosis (als Tinctura jodii mit J 2,5; KJ 2.5; Wasser 28,5; Ethanol 99% 66,5 Teile oder als Povidon-Jod mit indifferenten Polymeren)
    • Pharmaka (Polyvidon ®, Betaisodona ®, Braunol ®, Braunovidon ®, Traumasept ®)
  2. Chlor
    • Anwendung (Wasser-Desinf.)
    • Dosis (als Gas in Wasser 1: 2.000.000)
Acridin-Chinolin-Derivate
  1. Ethacridin
    • Anwendung (Wund-Desinf.)
    • Dosis (als 1 - 5%ige Lösung in Verdünnung 1 : 5000 - 1000)
    • Pharamka (Rivanol ®)
      
Aktualisiert: 06.04.2010
 
 
 
 
 
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben