Die Sauna

allgemeine Informationen für Patienten


  • Die Sauna ist eine kombinierte Form der Wärme- und Wasserbehandlung (Wasser- bzw. Hydrotherapie, Wärme- bzw. Thermotherapie). Hier wird der Körper einer erhöhten Temperatur ab 35 °C (meist 60 bis 95°C) sowie unterschiedlicher Anfeuchtung der Raumluft mit Wasserdampf ausgesetzt.
  • Ein aus Asien stammendes Ritual mit Aufheizung von Zelten durch heiße Steine und das Schwitzen mit "Reinigung" des Körpers wurde in Amerika und Europa durch griechische und römische Bäder erweitert. Neben der Badstube, den Schwimm- und Heilbädern haben sich parallel die finnische Trockensauna, das russische Dampfbad (Banja) sowie das Türkische Bad (Hamam) entwickelt.
  • Je nach Temperatur (in der Trockensauna bis 100°C) und Luftfeuchte (im Dampfbad bis 100%) kommt es zu Reaktionen im Körper. Durch Wärme von außen heizt sich der Körper auf und muß diese in Form von Schwitzen abgeben (je nach Feuchte und Aufguß erschwert). Dies gelingt durch vermehrte Durchblutung (Herzschlag und Puls steigen), weite Gefäße (Haut erscheint röter) und vermehrte Schweißproduktion.
  • Durch plötzliche Kälte ziehen sich Gefäße wieder zusammen (Blutdruck steigt kurz) und die Durchblutung wird zurückgefahren (Herzschlag und Puls sinken).
  • Nach einer Pause und wärmendem Fußbad kann nochmal "gereizt" werden.
  • Abschließend muß zugedeckt (Leinen) geruht und Flüssigkeit mit Salzen (Mineralwasser, Säfte) aufgefüllt werden.
  • Dadurch können Wärmehaushalt, Durchblutung und Wasserhaushalt bzw. Stoffwechsel trainiert und somit allen Wohlstandskrankheiten, Erkältungen und Streß-Syndromen vorgebeugt werden (Bluthochdruck bzw. arterieller Hypertonus, übergewicht bzw. Adipositas, Die Fettstoffwechselstörung, Die Gicht, Zuckerkrankheit bzw. Diabetes mellitus, Störungen des Immunsystems, Adaptations- und Streßsyndrom, Burn out bzw. Erschöpfungssyndrom).
  • Zu vermeiden sind Sauna- und Dampfbäder nur bei aktueller Blutdruckkrise, Schlaganfall, Angina pectoris u.a. Gefäßkrankheiten (Bluthochdruck bzw. arterieller Hypertonus,Thrombose und Embolie, Die arterielle Verschlußkrankheit), hohem Fieber und anderen starken Infektionen, Kopfschmerz, Übelkeit, Schwindel, Hunger, Durst, nach Leistungssport und Alkoholgenuß.

spezielle Informationen für Kollegen


Synonym

  • Sauna- und Dampfbadbehandlung

Definition

  • lokale und generalisierte Anwendung des Wassers in gasförmiger Form in Kombination mit Thermotherapie über 35° zur Prophylaxe, Therapie und Rehabilitation von Erkrankungen und Training des Gesundheitszustandes

Voraussetzung

  • Raum bzw. Kammer zum Aufwärmen
  • Ofen, warme Steine bzw. ein Verdampfer
  • Aufguß mit Zusätzen (Fichtennadel, Latschenkiefer etc.)
  • Tauchbecken mit kaltem Wasser
  • Anlage für Duschen und Güsse mit kaltem Wasser (vgl. Hydrotherapie)
  • Wannen für warme Fußbäder
  • Ruheraum mit Laken aus Leinen
  • frische Luft

Ziel

  • Beschleunigung des Stoffwechsels
  • Steigerung der Durchblutung
  • Verbesserung der Thermoregulation
  • Stärkung der Immunabwehr
  • Herabsetzung des Muskeltonus
  • Linderung des chronischen Schmerzes durch Absenken der myofaszialen Schmerzschwelle

Indikation

  • metabolisches Syndrom einschl. Adipositas, Hyperlipidämie, Gicht, Rheuma, Diabetes mellitus etc.
  • funktionelle Durchblutungsstörungen einschl. AVK geringen Grades
  • Immunschwäche, Regulationsstarre, Adaptations- und burn out syndrome
  • chronische Schmerzsyndrome und Schmerz-Krankheit

Kontraindikation

  • Ablehnung durch Patienten
  • insuffiziente Sensibilität bzw. Compliance
  • Blutdruckkrise bzw. schlecht eingestellter art. Hypertonus
  • frischer Apoplex, Infarkt, Embolie bzw. dekompensierte AVK
  • instabile vegetative Syndrome wie Kopfschmerz, Übelkeit, Schwindel, Hunger, Durst
  • nach Leistungssport und Alkoholgenuß

Technik

  • Säuberung und Trocknung
  • Liegen bzw. Sitzen in Sauna- oder Dampfbad (mind. 5, max. 15 min) bzw. Ruhen auf warmen Stein
  • normales Einatmen und forciertes Ausatmen frischer Luft, kaltes Duschen bzw. Güsse von peripher nach zentral, Trocknung, Pause ( ca. 20 min) und warmes Fußbad bzw. immer wieder Erfrischen, Abduschen und Ruhen (evtl. zwischendurch Massage)
  • ca. 3 Wiederholungen bzw. Gesamtdauer von 120 min
  • Trinken
  • Ruhen (mind. 30 min)

Methoden

  • finnische Trockensauna
  • russisches Dampfbad (Banja)
  • türkisches Bad (Hamam)
  • Tepidarium (normale Luftfeuchte, gering erhöhte Temperatur, verschiedene Lichtspektren und lange Aufenthaltsdauer von bis zu 60min)
      
Aktualisiert: 30.07.2010
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben