Arterienverkalkung bzw. Arteriosklerose

allgemeine Informationen für Patienten


  • Die als Arterien bezeichneten Schlagadern, welche das Blut pulsartig vom Herz weg in den Körper und die Gliedmaßen fördern, können wie alle andere Organe und Gewebe verschleißen. Wie in einem Abwasserrohr lagern sich über Jahre dabei Substanzen ab und verkleben quasi mit der Wand. Es wird immer enger…
  • Ein erhöhtes Risiko besteht bei familiärer Häufung von Herzinfarkt und Schlaganfall sowie eigenem Übergewicht (Übergewicht bzw. Adipositas), Zuckerkrankheit (Zuckerkrankheit bzw. Diabetes mellitus), erhöhten Fettwerten wie Triglyceride und LDL-Cholesterin (Die Fettstoffwechselstörung), Bluthochdruck (Bluthochdruck bzw. arterieller Hypertonus) und Rauchen. Unklar ist die Statistik bei oxidiertem LDL (low densitiy Lipidprotein), Lipidperoxidase, Lipoprotein A, Fibrinogen, Homocystein u.a. genetischen Faktoren wie Apoproteinen.
  • Eine Schlüsselrolle spielen jedoch Entzündungen (Störungen des Immunsystems) der Gefäßinnenwnand (endotheliale Dysfunktion) bei der Abwehr von so genannten freien Radikalen des Sauerstoffs und Stickstoffs beschäftigt wird. Diese Radikale greifen, sobald sie nicht durch antioxidative Stoffe wie Vitamin A, C, E, Alpha-Liponsäure, freie Fett- bzw. Omega-3- und -6-Säuren, Glutathion, Selen usw. neutralisiert werden, in den Fettstoffwechsel ein und verändern das LDL (Lipidoxidation), welches so genannte Plaques (Kalkplatten) an der Gefäßwand bildet. Zusätzlich führen alarmierte Abwehrzellen zu einer Schwellung (Atherom) innerhalb des Gefäßes. Da haben wir die Durchblutungsstörung (Die arterielle Verschlusskrankheit).
  • Da eine ursächliche Behandlung nicht möglich ist, kommt der Vorbeugung dieser am häufigsten zum Tode führenden Erkrankung eine hohe Bedeutung zu.
  • Wie bei der Übersäuerung bzw. Acidose (Übersäuerung bzw. Acidose) sollte man Stress (Adapatations- und Stresssyndrom) abbauen, Übergewicht reduzieren, nicht rauchen, Blutdruck und Blutfettspiegel senken, wenn er zu hoch ist. Um den Blutfettspiegel zu senken, sollte man möglichst fettarm essen und sich täglich an der frischen Luft i.F.v. Spazieren, Wandern, Walking, Jogging, Radfahren, Schwimmen, Skaten, Langlauf usw. ca. 10-30 min bewegen (Gesundheitstraining und -schulen). °Außerdem können Sie versuchen, die Oxidationsprozesse zu verlangsamen oder zu verringern. °An dieser Stelle kommen die Radikalfänger° ins Spiel (Die orthomolekulare Medizin). Sie verhindern, dass es zu einer Lipidoxidation kommt. Neben den durch hohe Profite (mehrere Milliarden für die Pharmaindustrie jährlich!) und Nebenwirkungen kritisch zu sehenden Fibraten und Statinen (schwächen Muskelgewebe und verbrauchen Enzyme wie Q10) besitzen Magnesium (mind. 300mg bis zu über 1000mg pro Tag), Knoblauch, Sitosterin (ein sekundärer Pflanzenstoff mit Hormonwirkung, Einführung in die Phytotherapie), Fischöle mit Docosaheptaesäure und Eicosapentaesäure (früher Vitamin F) u.a. Antioxidantien einen guten Effekt.

spezielle Informationen für Kollegen


Synonym

  • Gefäßsklerose, Gefäßverkalkung, Verkalkung

ICD-10

  • I70

Definition

  • lt. Wikipedia Systemerkrankung der Schlagadern, die zu Ablagerungen von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und in geringeren Mengen auch Kalk in den Gefäßwänden führt.
  • eigentlich Arteriosklerose nur altersphysiologische Degeneration durch bindegewebige Verhärtung der Schlagadern mit Bildung von Plaques
  • Arteriosklerose entsteht primär durch einen Schaden der inneren Gefäßwand

Historie

  • Mönckeberg beschreibt Sonderform: Mediakalzinose

Häufigkeit

  • eigentlich die häufigste Erkrankung (zu mindest bei der Mortalität)

Ätiologie

  • unklar

Risiko

endogen
  • Alter
  • männliches Geschlecht (Androtropie)
  • genetische Veranlagung
  • Störung des Zellstoffwechsels mit Hyperhomocysteinämie bzw. -urie
  • Strömungsabriss an Gefäßverzweigungen
exogen
  1. Risikofaktoren, deren Korrektur die Prognose nachweislich begünstigt
  2. Risikofaktoren, deren Korrektur die Prognose wahrscheinlich begünstigt

Pathogenese

  • chronisch fortschreitende Degeneration der Arterien mit progressiven Veränderungen der Gefäßwand
  • Bindegewebewucherung, intra- und extrazelluläre Einlagerungen von Noxen (auch Bakterien wie Chlamydia pneumoniae), Chemikalien, Säuren, Homocystein, Fetten und Kalk sowie Akkumulation von Kollagen und Proteoglykanen
  • Verhärtung und Verdickung der Gefäße
  • Verengungen
  • abnehmende Elastizität
  • Zusammenhang zwischen Cholesterin, LDL-Cholesterin, Aufnahme von tierischen Fetten mit der Nahrung und der Schwere und den Folgen der Arteriosklerose ist ungeklärt und umstritten, und scheint weniger bedeutend zu sein, als bisher angenommen.
  • Qualität der Ernährung spielt eine Rolle, wobei eine mediterrane, die z. B. Olivenöl mit einbezieht, einer fettarmen Ernährung überlegen zu sein scheint

Die "Response-to-injury"-Hypothese

  • 1976 Russell Ross
  • primär eine Verletzung der inneren Arterienwandschicht, die Intima, welche aus Endothelzellen und dem subendothelialen Bindegewebe besteht
  • durch Trauma (nicht nur erhöhter Blutdruck, sondern auch Stellen mit stetiger Störung der laminären Strömung und zwangsläufigen Endothelschäden, die durch strömungsbedingte Apoptose einzelner Endothelzellen )mit erhöhter Lebensspanne durch Telomeraseaktivität) führt, bis Teilungspotential erschöpft ist),
  • durch biochemische Schädigungen wie bakterielle Toxine, Viren oder Antigen-Antikörper-Reaktionen
  • sowie biophysikalische Verletzungen auf molekularer Ebene
  • Folge zum einen die durch Wachstumsfaktoren bzw. Zytokine ausgelöste Wucherung (Proliferation) und Wanderung (Migration) von glatten Muskelzellen aus der mehrschichtigen Media in die Intima, und zum anderen die durch Fetteinlagerung verursachte Bildung von Schaumzellen in Intima und Media
  • beide Erscheinungen führen über einen längeren Zeitraum zur Bildung herdförmiger Gewebeveränderungen (Plaques), die für das Bild der Arteriosklerose charakteristisch sind
  • modifizierter Ansatz spricht von einer endothelialen Dysfunktion als Ursache für die Auslösung von Arteriosklerose, womit jegliche Fehlfunktion des Endothels gemeint ist

Die "Lipoprotein-induced-atherosclerosis"-Hypothese

  • Joseph Leonard Goldstein
  • Aufnahme von chemisch modifiziertem LDL durch Makrophagen und Umwandlung zu Schaumzellen nach Acetylierung des Proteinanteils
  • in oxidativer Modifizierung von LDL eigentliche Ursache für die Initiierung des arteriosklerotischen Geschehens
  • Bildung von Schaumzellen verursacht eine Entzündungsreaktion, welche im weiteren Verlauf auf tiefere Bereiche der Arterienwand°- wie die Media mit ihren Muskelzellen°- übergreifen kann
  • allmählicher Gewebeumbau, wobei in der Arterie eine bindegewebsartige Kappe entsteht, die im Inneren einen Lipidkern aufweist
  • Lipidkern resultiert aus den abgestorbenen Schaumzellen, die eine große Menge an oxidierten LDL-Partikeln aufgenommen haben
  • an aufgebrochenen arteriosklerotischen Plaques finden Blutgerinnungsreaktionen statt, die den Gefäßdurchmesser der Arterien weiter verringern
  • durch Gewebeumbau wird die so geschädigte Arterie brüchig ("Arterienverkalkung")
  • Bildung der arteriosklerotischen Plaques ist bis zur vermehrten Bildung der Schaumzellen umkehrbar (danach nicht mehr)

andere Theorien

  • hier setzt These an, dass u.a. Homocystein zur Entstehung von Radikalen führt (u.a. Bindung an Metall-Ionen wie Eisen und Bildung von Peroxiden, welche Lipidoxidation fördern)

Lokalisation

  • in jedem großen und kleinen arteriellen Gefäß
  • bei großen, mittleren und kleineren arteriellen Gefäßen Makroangiopathie
  • bei den sehr kleinen Mikroangiopathie
  • einzelne Gefäßprovinzen - abhängig von den vorliegenden Risikofaktoren - unterschiedlich stark betroffen (aufgrund hämodynamischer Besonderheiten mit stetiger Störung der laminaren Strömung des Blutes)
  • Folge sind Engstellen und Verschlüsse, aber auch Aneurysmen (Gefäßaussackungen)

Klinik

  • "verkalkt"

Symptomatik

  • keine

Diagnostik

Anamnese


EA
  • Bluthochdruck, Ernährung
FA
  • Angina pectoris, Herzinfarkt, Demenz, Schlaganfall, Claudicatio, AVK, Aneurysma etc.
SA
  • Stress
AA
  • Rauchen

Status


Inspektion
  • Hautfärbung, Hautfältelung,
Palpation
  • Puls(qualität)
Perkussion und Auskulatation
  • Herzgeräusche
Messung Tests

Ultraschall-Diagnostik


Duplex-Sonographie
  • Halsschlagadern, intrakranielle Gefäße, Herzklappen, Bauchaorta, Beinarterien - intravaskuläre Ultraschalluntersuchung der Herzkranzgefäße

Radiologie


Computertomographie
  • Herzkranzgefäße, Bauchschlagader
Magnetresonanztomographie
  • Halsschlagadern, Aorta
Szintigraphie
  • evtl. Myocard-Szinti
Angiographie
  • Halsschlagadern, Herzkranzgefäße, Bauchaorta, Beinarterien

Labor


Serum
  • Asymmetrisches Dimethylarginin (ADMA), Cholesterin (LDL°/ HDL°/ VLDL), Triglyceride, Blutzucker, HbA1c-Wert, Homocystein, Harnsäure

Therapie

kausal


konservativ
  • Stressmanagement (Adapatations- und Stresssyndrom)
  • Optimierung Bluthochdruck (Die Allergie)
  • Absetzen Nikotinabusus (hier gibt es unzähle gute Ansätze, welche Ärzte, Heilpraktiker, Versicherungen, Netzwerke, Selbsthilfegruppen und Vereine anbieten… entscheidend ist der Wille bzw. der Anlass zu dieser postembryonalen "Saugsucht", welche nur über die Psyche behandelt werden kann)
  • Einstellung bzw. Behandlung von Grund- und Nebenerkrankungen wie Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Gicht, Diabetes mellitus usw.
  • Senkung von Homocystein durch Gabe von Vitamin B6, 9 (Folsäure) und 12 (Die orthomolekulare Medizin)
  • gesundere Ernährung (Die Ernährung)
operativ
  • nur diverse Herz- bzw. Aorta-Erkrankungen, welche mit Bluthochdruck einhergehen

symptomatisch


konservativ operativ
  • Bypassoperationen an Herz oder Gliedmaßen
  • Thrombendarteriektomie der Bein- oder Halsschlagader
  • Aufdehnungen mittels Ballondilatation oder Stent

Prophylaxe

Bewegung

  • (Gesundheitstraining und -schulen)
  • Spaziergänge täglich ab 10 Minuten (falls kein anderer Sport hinzukommt mind. 30min).
  • sonst Wandern, (Nordic)Walking, Jogging, Radfahren, Schwimmen, Langlauf, Skaten, je nach Gelenksituation und Alter Ball- bzw. Mannschaftssport etc. nach Absprache Facharzt für Orthopädie, Rehamedizin usw.
  • Ausdauertraining in Kursen und an entsprechenden Geräten (z.B. Ergometer, Stepper, Walker und Laufband)

Ernährung

  • (Die Ernährung)
  • nach allgemeinen Regeln der gesunden Vollwertkost (u. a. reichlich Gemüse, Obst und Vollkornprodukte) www.dge.de
  • Verzicht auf gesättigte Fettsäuren in festen Pflanzenfetten und vor allem in tierischen Fetten und trans-fetten durch Grillen, Braten, Rösten, Frittieren und Backen (auch Milchprodukte!)
  • Ersatz von Kochsalz zugunsten von Kräutern und Gewürzen zur Geschmacksverstärkung
  • zusätzlich Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse
  • besser wäre die typisch mediterrane Ernährungsweise mit Olivenöl
  • zukünftig noch mehr die asiatische Ernährungsweise mit Fisch- und Krillöl
  • Zufuhr von einfach ungesättigter Ölsäure (Omega-9-Säure), mehrfach ungesättigter Fettsäuren wie Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) und alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäuren) im Verhältnis Omega-6°: Omega-3= 5°: 1 wie Rapsöl mit ca. 2°: 1, aber auch Nüsse und Fettfische (Hering, Lachs, schwarzer Heilbutt)
  • Antioxidantien (Die orthomolekulare Medizin)
  • Granatapfel

Komplikationen

Literatur

  1. Wikipedia
      
Aktualisiert: 06.03.2012
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben