Die Zunge aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin

allgemeine Informationen für Patienten


  • In der traditionellen chinesischen Medizin bzw. TCM ist die Zunge ein wichtiges Kriterium im Rahmen der Untersuchung.
  • Sie spiegelt energetische Zustände und Veränderungen aller Wandlungsphasen bzw. paarigen Meridiane und Funktionskreise wieder.
  • So ist die hellere Zungenfarbe ein Hinweis auf Blutarmut, niedrigen Blutdruck und Erschöpfungen (Mangel).
  • Dunklere Verfärbungen sprechen für Sauerstoffarmut bei Herz-Lungen-Erkrankungen, Stauungen in Venen, Geweben und Organen mit schlechter Heilung, Ausscheidungen und Vergiftungen (Fülle) bzw. chronische Streß-Zustände (Hitze).
  • Zu große, geschwollene Zungen mit Zahneindrücken findet man bei Ernährungs- und Verdauungsstörungen mit Mangel an vitalen Stoffen (Leere).
  •   Veränderungen an der Spitze findet man bei Störungen des Systems Herz-Dünndarm (zentral) und der Lunge (seitlich), an den Seiten bei Leber-Galle, in der Mitte bei Magen (zentral)-Milz (rechts)/Pankreas (links) und am Zungengrund bei Störungen des Systems Niere (seitlich)-Blase sowie Darm (zwischen Magen und Blase).
  • Weitere Veränderungen sieht man oft in Form abnormer Beläge, welche weiß, gelb, braun, ja sogar schwarz sein können und auf äußeren Einflüsse wie Erkältung (weißes Belag), aber auch auf innere wie chronische Infektionen mit „Hitze“ im Darm (gelber Belag) und chronische Belastung mit Fremdstoffen bzw. Schädigung der Ausscheidung (z.B. Niere) hinweisen. Je nach Ort des Belages kann man auch auf das gestörte System Rückschlüsse ziehen.
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  • Kein Belag und trockene Zungenoberfläche deutet auf Flüssigkeitsmangel und gestörte Magen- und Nierenfunktion bzw. chronische Zustände.
  • Die „rote“ Zunge spiegelt das Feuer bzw. Hitze (Funktionskreise Herz-Dünndarm und Pericard-3facher Erwärmer) sowie den Mangel an Holz bzw. Wind (Leber-Galle), Erde bzw. Feuchtigkeit (Milz/Pankreas-Magen) oder Wasser bzw. Kälte (Niere-Blase) wider.
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  • Risse und Falten weisen ebenfalls auf mangelnde Säfte bzw. gestörten Schleim- oder Lymphfluß hin, wobei quere Risse auf abnorme Blutveränderungen und Längsrisse auf schwache Verdauungssäfte hinweist.
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  • Rote Geschmackspapillen lassen Entzündungen und emotionale Einflüsse (Feuer) in einzelnen Regionen wie Herz, Magen-Darm oder Niere-Blase erkennen.
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  • gestaute Venen unter der Zunge sind Ausdruck einer Stagnation des Qi, v.a. des Leber-Qi
      
Aktualisiert: 28.10.2014
    © 2007 - Dr. med. F. Uwe Günter   nach oben